Gries treibt Energiewende an

Das neue Kraftwerk versorgt 10.000 Haushalte.

Ohne Wasserkraft wird der Ausstieg aus fossilen Energieträgern kaum gelingen. Beim Bau von Wasserkraftwerken wird heute auch in Verbesserungsmaßnahmen am Fluss investiert, wie das neue Kraftwerk Gries zeigt.

In Gries im Pinzgau läuft seit Mai das 30. Wasserkraftwerk der Salzburg AG im Vollbetrieb. Gebaut wurde es gemeinsam von der Verbund Hydro Power GmbH und der Salzburg AG – als Investition in die Zukunft, die Wirtschaft und zur Arbeitsplatzsicherung in der Region. An die 100 Unternehmen waren beim Bau des Kraftwerks Gries beteiligt. Es ist nicht das erste Gemeinschaftsprojekt von Verbund und Salzburg AG. Alle fünf Kraftwerke, die zwischen St. Johann und Pfarrwerfen an der Salzach liegen, sind im Rahmen einer bereits 40 Jahre andauernden Partnerschaft entstanden.

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Gut für die Umwelt

Alle Salzachkraftwerke sind Beispiele dafür, dass man Kraftwerksbauten trotz großer Baumaßnahmen und Erdbewegungen nachhaltig entwickeln kann. Bei Gries wurde Rücksicht auf den nahen Nationalpark Hohe Tauern, die Anrainer und die Ferienregion im Umfeld genommen. Die Anlage ist für ein 5.000-jährliches Hochwasser ausgelegt. Wie bei allen Anlagen an der Salzach wurden neue Treppel- und Verkehrswege angelegt und das Areal natürlich bepflanzt. Von den rund 52 Millionen Euro, die investiert wurden, flossen rund 20 Millionen Euro in Infrastruktur- und Schutzbauten.

Für die Fische

Umweltgutachterin Regina Petz-Glechner erhob vor dem Bau den ökologischen Istzustand im Fluss als Basis für die ökologischen Maßnahmen. Dabei zeigte sich, dass auf dem sehr begradigten Flussabschnitt vor allem bei Hochwasser hohe Fließgeschwindigkeiten entstehen, wodurch es nur wenige Fischunterstände und Laichplätze gab. Im Rahmen des Kraftwerksbaus gab es einige strukturelle Verbesserungen, erzählt Petz-Glechner: „Im Stauraum sind die zufließenden Nebengewässer auf den unteren Metern wieder für Fische erreichbar. Im Unterwasser sind durch Flachufer, Augewässer, Störsteingruppen und Aufweitungen neue Laichplätze entstanden. Zusätzliche Lebensräume eröffnen den Fischen auch die Fischwanderhilfe und das Umgehungsgerinne, das wie ein flacher Bach angelegt ist.“

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Für die Wende

Für Salzburg ist das Kraftwerk Gries ein entscheidender Beitrag zur Energiewende. Der Strom, den wir an unsere Kunden liefern, stammt zwar bereits heute zu 100% aus erneuerbaren, aber erst zu knapp über 50% aus regionalen Quellen. Bis 2020 soll der Anteil der Eigenerzeugung bei Strom auf 60% steigen, bei Strom und Wärme zusammen auf 50%. Damit könnten die Treibhausgas-Emissionen fast um ein Drittel gesenkt werden. Das Kraftwerk Gries trägt dazu einen großen Teil bei: Mit 8,85 Megawatt Leistung und 42 Millionen Kilowattstunden Jahreserzeugung kann es 10.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Water to wire

Wasserkraft hat verglichen mit anderen erneuerbaren Stromerzeugungsarten einen sehr hohen Wirkungsgrad. Turbinen und Generatoren können bis zu 90% der eingesetzten Wasserkraft in Strom umwandeln und direkt ans Stromnetz abgeben (water to wire). Im Vergleich dazu beträgt die Obergrenze bei Windkraftanlagen 59%, bei Photovoltaik maximal 40%.

Wasserkraft hat zudem den Vorteil, dass die Erzeugung planbar ist und so unsere Grundversorgung mit Strom absichert. Bei den „neuen Erneuerbaren“ Photovoltaik und Windenergie ist das nicht der Fall, weil sie abhängig vom Wetter einmal mehr und einmal weniger Ertrag haben. 

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Zahlen & Fakten

  • Unser Kraftwerkspark: 30 Wasserkraftwerke im Bundesland, 30 Photovoltaik-Anlagen in Österreich und im Ausland.
  • Gesamt-Stromerzeugung: 1.661,7 Gigawattstunden (eigene Wasserkraftwerke 1.187,93 Gigawattstunden).
  • Jahreserzeugung Kraftwerk Gries: 42 Mio. Kilowattstunden (für rund 10.000 Haushalte).