Schnurrend ans Ziel

Ladezeiten für E-Autos sinken, Nachfrage steigt

Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, muss der Verkehr bis 2050 ohne fossile Energieträger auskommen. E-Autos bewegen etwas für die Umwelt, ist sich Manuel Eder von Attic Film sicher.

Manuel und Philip Eder sind die Chefs von Attic Film. Die beiden Brüder und ihr Team haben sich auf Produkt- und Imagefilme für Marken-Sportswear, Lifestyle- und Trendprodukte, aber auch Autos und Motorräder spezialisiert. Manuel ist dreißig, seit zwei Jahren erstmals Autobesitzer und begeisterter E-Autofahrer. Einer von geschätzten 21.500, die zurzeit auf Österreichs Straßen unterwegs sind – Tendenz steigend. 

lebens.linien am Foto Manuel Eder Attic Film

4.000 NEUE PRO JAHR

Seit dem Jahr 2015 nimmt der Bestand an E-Autos jedes Jahr um 4.000 Stück zu. Aber noch sind das erst zwei Prozent aller Neuzulassungen. Für den Werbefilmer geht der Weg an der E-Mobilität dennoch nicht vorbei. Er hat bei Dreharbeiten die schlechte Luft Indiens geatmet, die zum Großteil vom dichten Verkehr verursacht wird. Auch in Europa wird diese immer öfter zum Thema. In Stuttgart ist deshalb seit Anfang 2019 ein Dieselfahrverbot in Kraft. Andere deutsche Städte prüfen ähnliche Maßnahmen. Beim Verkehrsclub Österreich (VCÖ) rechnet man damit, dass bereits ab 2030 keine Benzin- oder Diesel-Neuwagen mehr auf den Markt kommen. 

IM E-AUTO ZUM KAP

Wir begleiten Manuel auf der Fahrt durch die Stadt Salzburg zu einem Kundentermin in der Panzerhalle. Er gerät ins Schwärmen, sobald sein Tesla Model S in Fahrt kommt: weil der E-Motor kein Getriebe und keine Gangschaltung hat und dadurch nicht ruckelt und extrem schnell beschleunigt. Er „schnurrt“ höchstens, wenn Manuel stärker aufs Beschleunigungspedal steigt. Für die Filmproduktion internationaler Marken ist Manuel weltweit unterwegs.

50.000 gefahrene Kilometer pro Jahr sind bei ihm die Regel. Trotz- dem hat er sich vor zwei Jahren für ein E-Auto entschieden, als er sich seinen ersten Wagen zulegte. Budapest, Frankfurt, Dortmund, Mailand liegen locker in seinem E-mobilen Radius. Im Sommer plant er, mit seiner Freundin ans Nordkap zu fahren.

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5.000 LADESTATIONEN

„Das E-Auto hat für mich den Stressfaktor entzerrt. 300 bis 400 Kilometer sind mit einer Akkuladung ja bereits Standard. Fährt man weiter, muss man zwischendurch einfach Zeit für das Laden einplanen. Aber so kommt man auch viel relaxter ans Ziel.“ Manuel biegt zur Panzerhalle ab, sucht sich einen „Stall“, an dem er seinen Tesla aufladen kann und geht seinen Geschäften nach.

Rund 5.000 öffentlich zugängliche Ladestellen gibt es in Österreich laut Bundesverband Elektromobilität. Schon vor zwei Jahren hatte Österreich 35 E-Ladestationen pro 100.000 Einwohner und lag damit auf dem guten Platz sieben einer EU-weiten Statistik. Die Salzburg AG betreibt im Bundesland Salzburg über 100 öffentliche Ladestationen. Fast ein Drittel der 119 Salzburger Gemeinden hat bereits eine Ladestation von der Salzburg AG, größere Gemeinden sogar mehr. Auch das Netz an Schnellladestationen wird weiter ausgebaut. Derzeit gibt es in Salzburg neun davon. Die erste mit 100 Kilowatt Leistung ging im Sommer 2018 in Salzburg-Schallmoos am Parkplatz der „Salzburger Volkswirtschaft Fuxn“ in Betrieb, zwei weitere entstehen zurzeit beim Hotel Momentum in Anif.

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LADEZEITEN SINKEN

So rasch wie das Kraftstofftanken geht das Schnellladen aber derzeit noch nicht. Das heißt, eine Wallbox zu Hause und im Idealfall auch am Arbeitsplatz wäre für E-Driver perfekt. Das findet auch Manuel Eder. Er kehrt gerade von seinem halbstündigen Termin aus der Panzerhalle zurück. Das hat gereicht, um den Akku an der 50 kW-Ladestation wieder auf 85 Prozent zu bringen. Beim Losfahren gibt Manuel eine Prognose ab: „Bei den Ladezeiten wird sich noch einiges ändern. 

Und in absehbarer Zeit werden E-Autos die Verbrenner durch neue Akkutechnologien wie Ultrakondensatoren bei der Reichweite abhängen. In Salzburg wird ab 16. April 2019 ein Bezahlsystem an den öffentlichen Ladestationen der Salzburg AG eingeführt. Mit der gratis App „Stromladen“ können Kunden den Ladevorgang einfach starten und haben zudem freie Stationen, Verrechnung der einzelnen Ladevorgänge sowie Ladezeiten immer im Blick.

119-Ladestationen-Programm

Im Rahmen der Klima- und Energiestrategie des Landes Salzburg werden Gemeinden bis Ende 2020 beim Bau von Elektro-Ladestationen von Land und Salzburg AG unterstützt.

Voraussetzungen:

  • zentrale Lage/hohe Frequenz
  • freier Zugang rund um die Uhr
  • Strom-Anschlussmöglichkeit

Ladestationen:

  • Standard-Ladestation für beschleunigtes Laden (22 kW)
  • bei zentraler Lage und hoher Frequenz auch Schnellladestation möglich

Mit der Errichtung von öffentlichen Ladestationen unterstützen Gemeinden ihre Einwohner auf dem Weg der Energiewende.

 

salzburg-ag.at/e-mobilitaet